Hitzeschutzkonzept Stationäre Langzeitpflege

1. Ziel

Ziel dieses Konzeptes ist der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Mitarbeitenden vor gesundheitlichen Belastungen durch hohe Außentemperaturen. Das Konzept beschreibt präventive, organisatorische und pflegerische Maßnahmen zur Vermeidung hitzebedingter Risiken.

2. Ausgangssituation

Die Bewohnerzimmer verfügen über keine Klimaanlagen. Der Einrichtung stehen zwei Gesellschaftsräume zur Verfügung, die während Hitzeperioden auf etwa 25 °C gekühlt werden.
Große Temperaturunterschiede werden vermieden, da sie insbesondere bei älteren Menschen eine zusätzliche Kreislaufbelastung darstellen können.

3. Verantwortlichkeiten

  • Einrichtungsleitung: Bereitstellung der organisatorischen und technischen Voraussetzungen.
  • Pflegedienstleitung: Koordination und Überwachung der Umsetzung des Hitzeschutzkonzeptes.
  • Stellvertretende Pflegedienstleitung: Unterstützung der Umsetzung und Qualitätskontrolle.
  • Pflegefachkräfte: Risikoeinschätzung, pflegefachliche Entscheidungen und Evaluation.
  • Pflegeassistenz: Durchführung der geplanten Maßnahmen, Beobachtung und Dokumentation.
  • Hauswirtschaft: Bereitstellung geeigneter Speisen und Getränke.

4. Vorbereitende Maßnahmen

  • Kontrolle von Sonnenschutz, Thermometern und Ventilatoren.
  • Schulung der Mitarbeitenden.
  • Überprüfung der Getränkevorräte und Elektrolytlösungen.
  • Information von Bewohnern und Angehörigen.

5. Raumtemperatur und Nutzung der gekühlten Gesellschaftsräume

Bewohnerzimmer

  • Morgens und nachts lüften, sofern die Außentemperaturen günstiger sind.
  • Tagsüber Fenster sowie Sonnenschutz geschlossen halten.
  • Raumtemperaturen regelmäßig kontrollieren.

Gekühlte Gesellschaftsräume
Der Einrichtung stehen zwei auf etwa 25 °C gekühlte Gesellschaftsräume zur Verfügung.
Die Auswahl der Bewohnerinnen und Bewohner, denen der Aufenthalt angeboten wird, erfolgt täglich auf Grundlage einer individuellen pflegefachlichen Einschätzung.
Berücksichtigt werden insbesondere Gesundheitszustand, Mobilität, Wohlbefinden, individuelle Wünsche und die Belastbarkeit gegenüber Temperaturveränderungen.
Der Aufenthalt erfolgt freiwillig und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen.

6. Pflegerische Maßnahmen

  • Leichte Kleidung fördern.
  • Pflegerische Maßnahmen möglichst in die kühleren Tageszeiten legen.
  • Regelmäßige Flüssigkeitsangebote.
  • Wasserreiche Speisen anbieten.
  • Haut- und Kreislaufbeobachtung.
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.

7. Trinkmanagement

Während der gesamten Sommerperiode werden für alle Bewohnerinnen und Bewohner täglich Trinkprotokolle geführt. Ziel ist die frühzeitige Erkennung von Veränderungen des Trinkverhaltens und die individuelle Anpassung pflegerischer Maßnahmen.

  • Tägliche und vollständige Dokumentation der Trinkmenge.
  • Regelmäßige Bewertung durch die Pflegefachkraft.
  • Beachtung ärztlicher Trinkmengenbegrenzungen.

Zusätzliche Maßnahmen bei extremer Hitze

  • Ab 30 °C Raumtemperatur in den Bewohnerzimmern und bei tropischen Nächten erfolgt eine zusätzliche Getränkerunde am Vormittag.
  • Ab 30 °C Raumtemperatur in den Bewohnerzimmern und bei tropischen Nächten erfolgt eine zusätzliche Getränkerunde am Nachmittag.
  • Angebot gekühlter Getränke.
  • Angebot geeigneter Elektrolytlösungen nach individueller Eignung.
  • Verstärkte Beobachtung des Allgemeinzustandes.

8. Beobachtung

  • Schwindel
  • Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Trockene Schleimhäute
  • Kreislaufprobleme
  • Verminderte Trinkmenge
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Stürze

9. Notfallmaßnahmen

  • Bewohner in eine kühlere Umgebung bringen.
  • Enge Kleidung lockern.
  • Vitalzeichen kontrollieren.
  • Pflegefachkraft informieren.
  • Ärztliche Rücksprache veranlassen.
  • Bei Verdacht auf Hitzschlag oder akutem Notfall Notruf 112 verständigen.

10. Dokumentation

  • Tägliche Trinkprotokolle während der Sommerperiode.
  • Besondere Beobachtungen im Berichteblatt (SIS®).
  • Durchgeführte Maßnahmen.
  • Ärztliche Rücksprachen.
  • Notfallsituationen.

11. Evaluation

Das Hitzeschutzkonzept wird jährlich vor Beginn der Sommersaison sowie nach besonderen Hitzeereignissen überprüft und bei Bedarf angepasst.